schatten_d_lusankya

 

Anmerkung der Autorin: Die Geschichte spielt kurz nach der Hochzeit von Wedge und Iella. Mit ihr will ich zeigen, wie schwer es für Tycho ist, seine Zeit auf der Lusankya hinter sich zu lassen, da er immer wieder daran erinnert wird. Außerdem möchte ich Michael Stackpole danken, dass er so gut (ge-)beschrieben hat, was ein solches Gefängnis wie die Lusankya aus einem fröhlichen Mann, wie Tycho es vorher (siehe Comics) war, machen kann. Vielen Dank auch an Aaron Allston, dem wir in letzter Zeit ein neues wunderbares X-Wing Buch verdanken.

Disclaimer:
This is a work of fan fiction. No monetary profit has been gained from its production and no copyright infringement is intended. The Star Wars characters and events used in this fan fiction are the property of George Lucas. Mike Stackpole and Aaron Allston invented or shaped most of the characters with whom I'm playing, so my special thanks go to them for writing such great novels and comics. If you would like to republish the fanfic, please ask me. Any comments are very welcome at grummelmon@telering.at .

 

 

Schatten der Lusankya

 

 

 

Als Han den Raum betrat, hörte er sofort das Schluchzen, das von der Couch in der Ecke kam. Dort saß Leia mit Winter, die weinte. Leia hatte ihr eine Hand auf den Rücken gelegt und versuchte zu trösten - anscheinend erfolglos. Chewie, der neben der Tür lehnte, begrüßte Han mit einem Heulen.

„Was ist los?“

Als Antwort erhielt er nur ein Kopfschütteln von Leia und ein weiteres Heulen von Chewie. Beides hieß so viel wie: Nicht jetzt, aber etwas später.

Han erkannte, dass er hier nichts tun konnte und beschloss zu schauen, ob die Kinder schon im Bett waren. Die überraschten ihn mit der selben Frage, die er nur kurz zuvor Leia gestellt hatte. Er sagte ihnen, dass sie es noch früh genug erfahren würden.

 

*****

 

Seine letzte Hoffnung zu erfahren, was passiert war, lag jetzt bei C-3PO. „3PO, verdammt noch mal, wo steckst du?“, fluchte er leise vor sich hin, als plötzlich eine kalte künstliche Hand seinen Rücken berührte. Er zuckte zusammen und wollte schon seinen Blaster ziehen, als er erkannte, dass es sich nur um Luke handelte. „Junge, was machst du denn hier auf Coruscant? Langweilst du dich auf deiner Jediakademie?“

Luke Skywalker, Held von tausend Schlachten, Gründer der Sonderstaffel, Meister der Macht, grinste ihm spitzbübisch ins Gesicht. „Eigentlich wollte ich nur die Kinder besuchen. Doch dann ist etwas passiert.“ Lukes Lächeln verblasste und er bot Han die Antwort auf seine Frage. „Als ich angekommen bin, hat Winter gerade das Haus verlassen, weil sie eine Verabredung mit Tycho hatte. Nachdem sie zurückgekommen ist, hat sie wortlos die Kinder ins Bett gebracht und als Leia sie dann schließlich gefragt hat, was los sei, hat sie angefangen zu weinen und uns alles erzählt..........

 

Zur gleichen Zeit im Hauptquartier der Sonderstaffel auf Coruscant.

 

„Haben alle die Mission verstanden? Ja? Keine Fragen? Nein? Wirklich nicht? Na dann- wegtreten!“ Wedge Antilles wandte sich von seinen Piloten ab und ging direkt auf Derek „Hobbie“ Klivian zu, der während der Besprechung etwas abseits gestanden war. „Sobald Tycho zurück kommt, sag ihm, dass er diesen Simulatorflug unbedingt auch machen soll.“ Seitdem Wedge aus der Staffel ausgetreten war, war zwar Tycho der Kommandant, aber heute war Wedge für ihn eingesprungen, um ihm eine Verabredung mit Winter zu ermöglichen.

Hobbie zögerte, dann meinte er sehr leise: „Na ja , eigentlich ist Tycho schon lange zurück.“

„Warum ist er dann nicht gekommen?“

„Ich weiß es nicht. Er hat sich sofort zurückgezogen und er hat vorher mit niemanden gesprochen.“

Wedge runzelte die Stirn. Normalerweise kam Tycho von Verabredungen mit Winter erst sehr spät zurück und nicht schon nach knapp einer Stunde. „Ich glaube, ich werde ihm einen kleinen Besuch abstatten.“

Wedge wollte gerade gehen, als Wes Janson den Raum betrat. Er sah ungewohnt traurig aus. Bevor Hobbie und Wedge fragen konnten, was los sei, gab er ihnen schon eine Antwort ".....

 

"..............Tycho hat sich von Winter getrennt.“

 

Han starrte Luke fassungslos an. „Das glaube ich nicht. Die beiden sind doch schon eine Ewigkeit zusammen. Warum sollten sie sich trennen?“

Luke zuckte mit den Schultern. „Vielleicht hat es Tycho gereicht. Immerhin sind sie wirklich schon sehr lange zusammen und es hat sich nicht viel verändert. Winter hat Tycho immer auf derselben Distanz gehalten.“

„Das glaube ich nicht, Luke. Sonst wäre es während der Zeit, in der Winter sich mit den Kindern verstecken musste, passiert und nicht erst ein paar Jahre später. Ich glaube, ich muss mit Tycho reden.“

„Nein, das werde ich tun!“, mischte sich eine dritte Stimme ein. Es war Leia.

 

*****

 

Als Leia versuchte mit Tycho per Comlink zu reden, beantwortete  er ihren Anruf nicht einmal. 

Sie überlegte kurz, was sie jetzt tun sollte und beschloss dann, Wedge Antilles anzurufen. Sie wollte gerade Kontakt aufnehmen, als Wedge sich von sich aus bei ihr meldete. Er schaute sie betroffen an.

„Wedge, bitte sag mir, dass Tycho unter Drogen steht oder Fieber hat. Das darf doch nicht wahr sein!!“

Wedge schüttelte traurig den Kopf. „Ich fürchte, es ist wahr. Ich habe kurz mit ihm geredet, aber er hat mich sofort abgeblockt. Er wollte nicht mit mir reden. Ich wünschte, ich wüsste, warum er sich so plötzlich von Winter getrennt hat. Ohne jegliche Vorzeichen. Es muss doch einen Grund geben.“

Leia stimmte ihm zu. „Vielleicht sollten wir die beiden dazu bringen, miteinander zu reden. Immerhin kennen sie sich fast so lange wie Han und ich uns lieben.“

„Vielleicht waren sie zu lange voneinander getrennt.“ In Wedges Stimme war ein Unterton hörbar, der Leia sofort verriet, worauf Wedge anspielte.

„Wedge, du weißt genauso gut wie ich, dass wir die Kinder verstecken mussten. Es ging nicht anders.“

Wedge unterbrach sie, bevor sie weitersprechen konnte. „Ich weiß das schon Leia. Aber hättet ihr daran nicht denken können, bevor ihr euch entschlossen habt, Kinder in das Universum zu setzen? Ich verstehe, dass es für dich angenehm ist, Winter zu haben, damit sie auf die Kinder aufpasst, aber du musst auch an Winters Privatleben denken. Du sprichst noch mal mit Winter und ich rede mit Tycho. Antilles Ende.“ Mit diesen Worten unterbrach er die Verbindung und ließ Leia  mit ihrem schlechten Gewissen alleine.

 

*****

 

Wedge klopfte an die Tür von Tychos Quartier. Zuerst antwortete niemand, aber als Wedge erneut klopfte, kam dann von innen Tychos hörbar niedergeschlagene Stimme: „Herein.“

Wedge betrat den total abgedunkelten Raum und wollte zuerst das Licht anmachen, ließ es dann aber doch bleiben und schloss die Tür hinter damit sie völlig ungestört waren. Er setzte sich auf einen Sessel, der gegenüber von Tychos Bett stand. In Tychos dürftig ausgestattetem Quartier gab es sonst keine anderen Sitzmöglichkeiten. Wedge blickte sich kurz in dem Raum um, konnte aber nicht viel erkennen, weil es so dunkel war, aber dann passten sich  seine Augen allmählich dem wenigen Licht an, und er konnte zumindest etwas sehen.  Das Quartier war ähnlich spärlich ausgestattet wie seines früher. Tycho hatte nur ein Bild von seiner toten Familie aufgehängt, ansonsten gab es in dem Raum keine persönlichen Gegenstände. Wedge wusste, dass neben dem Bild von Tychos Familie früher auch ein Holo von Winter gehangen hatte, das hielt Tycho jetzt allerdings so in der Hand, dass man das Bild nicht sehen konnte. Wedge hatte es nur an dem Rahmen erkannt.

Tycho saß auf seinem Bett, die Beine angezogen, und den Blick noch immer gesenkt. Seine Hände waren mit dem Hologramm um seine Beine geschlungen.

„Willst du mit jemandem darüber reden?“

„Nein.“

„Willst du mir sagen warum?“

„Nein.“

Stille.

„Tycho, ich weiß, dass es dir nicht gut geht und ich will wissen, was passiert ist. Es muss doch einen Grund geben!“

Zum erstem Mal seit dem Beginn des Gesprächs hob Tycho den Kopf. Seine Augen waren rot gerändert. „Wedge, ich kann dir nicht sagen warum. Bitte lass mich allein.“

Wedge nickte. Er respektierte den Wunsch seines Freundes. Er klopfte Tycho auf die Schulter und verließ dann mit noch mehr Fragen als zuvor den Raum.

 

*****

 

„Winter, Tycho ist wahrscheinlich nur durcheinander. Er wird aus einem Mynock einen Todesstern gemacht haben und es sicher schon längst bereuen. Komm, rede noch mal mit ihm. “Leia sprach schon seit geraumer Zeit auf Winter ein, die beim Fenster stand und gedankenverloren auf Coruscant schaute.

Die Stadt versank allmählich im sanften Abendrot und weit hinten konnte man schon die Spitzen der Wolkenkratzer in der Dunkelheit leuchten sehen.

„Warum sollte er es nicht ernst meinen, Leia? Du kennst Tycho nicht so gut wie ich und mit so etwas scherzt er nicht.“

Leia seufzte. „Rede trotzdem mit ihm. Vielleicht geht es dir dann wenigstens besser.“ Sie machte eine kleine Pause um auf ihr Chronometer zu schauen. „Wenn du jetzt gleich aufbrichst, bist du beim Hauptquartier der Staffel bevor es richtig dunkel wird. Komm, ich begleite dich auch.“

Winter überlegte kurz, dann nickte sie. „Na gut, auch wenn es nichts bringen wird. Aber du musst nicht mitkommen.“

Leia blieb hart und schließlich erlaubte Winter ihr, sie zu begleiten „Komm, wir nehmen meinen Speeder. Wenn Celchu keinen vernünftigen Grund hat, muss ihm doch jemand in den Hintern treten.“

 

*****

 

Als sie das Hauptquartier der Staffel erreichten, bat Winter Leia im Speeder sitzen zu bleiben. Als Winter Tychos Quartier klopfte, erhielt sie keine Antwort und als sie die Tür öffnete, war der Raum leer. Gerade als sie sich fragte, wo er steckte, kam Wes Janson vorbei und gab ihr etwas unsicher Auskunft. Winter vermutete, dass Wes wusste was, zwischen den beiden vorgefallen war.

„Tycho? Ähm... wenn er nicht in seinem Quartier ist, ist er vermutlich in seinem Büro“

Als sie das Büro betrat, war niemand dort, obwohl das Licht brannte. Verunsichert überlegte Winter kurz, ob sie hineingehen sollte, tat es dann aber doch nicht. Sie drehte sich gerade um und wollte die Türe hinter sich schließen, als sie hinter dem Schreibtisch ein schmerzerfülltes Stöhnen hörte. Mit nur wenigen Schritten war sie hinter dem Tisch und sah dort Tycho, der vor Schmerz zusammengekrümmt am Boden lag. Winter kniete sich neben ihn und rief eine MD-Einheit mit ihrem Comlink. Als sie seinen Kopf auf ihren Schoß legte, öffnete er kurz seine Augen, die vom Schmerz ganz glasig waren, wurde aber schnell wieder bewusstlos. Sie legte ihre Hand auf seinen Puls, der nur sehr schwach wahrnehmbar war.

Winter nickte traurig und sah dann wieder zu Tycho. Tränen rollten über ihre Wangen, als sie sah, wie sehr er unter seinen Schmerzen litt.

 

*****

 

Wedge betrat die leicht abgedunkelte Krankenstation. Sie war in warmen Farben gestrichen, damit sich die Patienten geborgener fühlten. In einer Ecke stand ein großer Blumentopf mit vielen verschiedenen Blumen, die in verschiedenen Farben blühten und einen angenehmen Duft verbreiteten. Tycho lag schlafend (oder bewusstlos?) in einem Bett, das sich in der Mitte des Raumes befand. Neben ihm standen einige Monitore, die seine Lebensfunktionen überprüften. Wedge erkannte, dass der Herzschlag seines Freundes sehr schwach war. Neben Tychos Bett saß Winter zusammengesunken in einem Sessel. Sie hielt seine Hand, sah allerdings selber so aus, als ob sie jeden Moment umfallen würde.

Hinter Wedge betrat Iella den Raum. Vorsichtig ergriff sie seine Hand. Es tat Wedge weh, zu sehen, dass sein Freund große Schmerzen hatte und zu wissen, dass er selbst nichts dagegen tun konnte. Es tat ihm gut, Iella bei sich zu haben, zumal er wusste, dass sie seine Gedanken lesen konnte und ihn in jeder Situation unterstützte, während sie ihm auch Trost schenken würde. Sie lächelte ihm zuversichtlich zu, als ob sie ihm sagen wollte, das Tycho sicher bald wieder gesund werden würde.

Als Winter kurz zu den beiden hinübersah, sich aber gleich wieder abwandte, ließ Iella Wedges Hand los und ging hinüber zu Winter hinüber, um ihr eine Hand auf die Schulter zu legen. „Wissen die MD’s schon was mit ihm los ist?“ fragte sie mit einer sanften, einfühlsamen Stimme.

Winter seufzte. „Der MD hat gesagt, dass sie noch auf die Auswertung einer Untersuchung warten, weil sie noch immer nichts feststellen konnten."

Plötzlich öffnete Tycho seine Augen ein wenig und sah Winter müde an. Dann flüsterte er, kaum hörbar: „Du darfst nicht hier sein.“

Winter sah ihn schmerzerfüllt an, als ob ihr gerade jemand einen Dolch ins Herz gestoßen hätte. „Warum darf ich nicht hier sein? Was ist los? Bitte sag mir die Wahrheit, Tycho.“

Tycho beachtete Winters Worte kaum, er schien völlig abwesend. „Du bist hier nicht sicher. Ich will nicht das dir etwas pas....“ Plötzlich bekam Tycho einen schrecklichen Krampf. Er schrie vor Schmerzen. Voller Entsetzen sprang Winter auf und Iella riss die Augen weit auf -  als ob sie etwas bemerkt hätte, sagte aber nichts, während ein MD an ihr vorbei hastete um Tycho ein Beruhigungsmittel zu verabreichen.

Nach einigen Sekunden, die Wedge wie eine Ewigkeit vorkamen, sank Tycho zurück, schloss die Augen und schlief wieder ein. Winter nahm ihrem Platz neben Tychos Bett wieder ein. Sie sah aus, als ob sie am liebsten weinen würde. Wedge war froh, dass Winter nicht auch noch zusammenbrach.

 

*****

 

Iella zog Wedge aus dem Raum, um Winter allein zu lassen. Sie suchte den Ober-MD auf und bat ihn um einen Scan von Tychos Wirbelsäule. Der MD zögerte kurz, gab ihr dann aber die gewünschten Bilder. Als Wedge sie fragend ansah, warf sie ihm einen Bitte-Frag-nicht-Blick zu.

Iella sah sich die Bilder sehr gründlich an. Offenbar suchte sie etwas Bestimmtes. Schließlich winkte sie Wedge näher zu sich und bat ihn, sich die Bilder ebenfalls genau anzuschauen, aber er konnte nichts Besonderes erkennen.

Iella lächelte. „Das hab ich mir schon  gedacht. Lass es mich dir etwas später erklären.“

Sie wies den MD an, von einer Stelle im Genick genauere Bilder zumachen und als Wedge dann die Vergrößerung sah, wusste auch er, was Iella bemerkt hatte.

Es war ein kleines, quaderförmiges Gebilde, das so dicht an Tychos Wirbelsäule positioniert  war, dass man es auf den üblichen Scans nur dann erkennen konnte, wenn man bewusst danach suchte. Als Wedge klar wurde, was es war, lief ihm ein kalter Schauer über den Rücken. „So etwas hatte man auch Urlor Sette eingepflanzt.“

 

*****

 

Iella klärte den MD auf, der sofort begann, eine Operation vorzubereiten Es dauert mehr als 3 Stunden, um das Gebilde zu entfernen, da es schwierig war, die Verkabelung zu lösen ohne Tycho dauerhafte  Schäden zuzufügen. Ein weiteres Problem bestand darin , dass aufgrund der Lage der Gebildes leicht aus Versehen die Wirbelsäule verletzt werden könnte. Aber zum Glück überstanden sowohl Tycho - als auch das Gerät - die OP unbeschadet.

 

*****

 

Tycho schaffte es nur langsam, vollkommen wach zu werden. Mehrmals  holte ihn die Narkose in die Bewusstlosigkeit zurück. Als er schließlich die Augen öffnete, sah er Winter. Sie beugte sich über ihn, streichelte ihm sanft die Stirn. Tycho spürte einen leichten Schmerz in seinem Nacken und zunächst wusste er nicht, wo er sich befand und was passiert war. Dann kam die Erinnerung der letzten Tage wieder zurück. Panik erfasste ihn.

Winter streichelte seine Hand. „Es ist gut. Schlaf wieder.“ Sie fuhr ihm mit der Hand über die Stirn und dann über die Augenlider, um diese zu schließen.

Obwohl er sich verzweifelt bemühte, schaffte Tycho es nicht, sich gegen die Müdigkeit zu wehren, und schlief wieder ein.

 

*****

 

Iella schaute sich den Kasten gründlich an. Sie hatte so etwas Ähnliches schon zweimal gesehen- einmal während ihrer Zeit bei CSD und einmal nach der Autopsie von Urlor Sette.

Wedge umarmte sie von hinten und legte sein Kinn auf ihre Schulter. Sie lächelte. „Hast du etwas herausgefunden?“, wollte Wedge wissen.

Iella nickte und gab ihm einen Kuss auf die Wange. Dann wandte sie sich wieder dem Kästchen zu. „Das hier unterscheidet sich von dem, das Sette damals eingepflanzt wurde, nur darin, dass es nicht mit der Giftkapsel ausgestattet ist, sondern mit einer komplizierten Bombe, die aber auch über eine Stimmerkennungsfunktion verfügt.  Allerdings gibt es da noch zwei  gravierende Unterschiede – 1. Ist die Bombe so gemacht worden, dass man sie nicht finden kann, weil ihre Außenhülle aus einem Material besteht, das von unseren Scannern nicht erfasst werden kann und wenn man sich die Scanbilder anschaut, bemerkt man es nicht, wenn man nicht einige bestimmte Merkmale richtig deuten kann. 2. diese Bombe hier ist außerdem mit eine Zeitschaltuhr  versehen, der vor- warte einmal kurz.........“ Sie unterbrach sich selber, um das Gerät nochmals genauer zu untersuchen. Dann warf sie Wedge einen schockierten Blick zu. „.......vor circa 2 Tagen.“

Wedge nickte. Das war kurz bevor Tycho versucht hatte, seine Beziehung mit Winter zu unterbrechen. „Woher hast du davon gewusst?“ wollte er wissen.

„Ich habe so ein Verhalten einmal bei CSD gesehen. Der betroffenen Person war damals etwas Ähnliches transplantiert worden. Sie hatte dieselben Anfälle und sie hat auch versucht alle Kontakte abzubrechen. Als der MD nichts gefunden hat, ist mir der Gedanke gekommen, und als Tycho gesagt hat, dass er nicht möchte, dass Winter etwas passiert, war ich mir sicher.“

„Aber woher wusste Tycho davon? Und wann wurde es ihm eingepflanzt?“

Iella schüttelte den Kopf. „Deine erste Frage kann ich nicht beantworten, aber deine zweite vielleicht. Es ist sicher schon länger her, das beweisen diverse Spuren der Alterung am Gehäuse des Geräts.“

Wedge spürte ein flaues Gefühl in seiner Magengrube. „Du meinst, dass es ihm auf der Lusankya eingepflanzt wurde?“

 

*****

 

Winter saß neben Tychos Bett. Er war noch immer bewusstlos. Der MD hatte ihn zwischenzeitlich mit Bacta behandelt, damit die Operationswunde schneller verheilte.

Winter plagten inzwischen Zweifel, ob Tycho wirklich wollte, dass sie hier war. Sie grübelte schon die ganze Zeit, ob er nicht vielleicht viel lieber allein sein wollte. Sie hatte seinen Gesichtsausdruck gesehen, als er kurz  wach war. Die Panik in seinen Augen, als er sie erkannte. Trotzdem kam es ihr so vor als ob er in Wirklichkeit wollte, dass sie hier war. Aber......

Sie wurde in diesen Gedanken durch Iella unterbrochen, die ihr eine Hand auf die Schulter legte.

„Habt ihr etwas herausgefunden?“ fragte Winter besorgt.

Iella lächelte ihr als Antwort zuversichtlich zu. „Ja, und ich glaube, es sind zumindest zum Teil gute Nachrichten dabei. Wir haben herausgefunden, was mit ihm los ist.“ Sie deutete mit dem Kopf auf Tycho. „Der Arme hat schon seit Jahren eine Bombe mit sich herum geschleppt, höchstwahrscheinlich  ohne etwas davon zu wissen. Sie wurde ihm wahrscheinlich auf der Lusankya implantiert und vor ein paar Tagen wurde sie per Zeitschaltuhr eher zufällig scharf gemacht, weil es eine Fehlfunktion gab, die übrigens auch die Anfälle auslöste. Sie funktioniert per Stimmerkennung; die Stimme, auf die sie angesetzt war, ist die von Prinzessin Leia.“ Winter starrte sie an, als ihr einiges klar wurde.  Aus irgendeinem Grund hatte Tycho etwas geahnt, aber er wusste nur noch, dass es mit mir zu tun hat. Iella begann wieder zu sprechen. „ Tycho schien zu denken, dass die Bombe hochgeht, wenn er mit jemanden darüber spricht. Ich glaube, dass so etwas leicht hätte sein können, ich habe aber das Gerät noch nicht vollkommen untersucht und kann es dir deshalb noch nicht sagen.“ Sie machte eine Pause und atmete tief durch. „Ich glaube, dass er dich mit der Trennung schützen wollte. Tycho konnte ja nicht wissen, dass die Stimmerkennungsfunktion auf Leia fixiert ist, nicht auf dich. Die Bombe wäre dann explodiert, wenn  Tycho direkt mit Leia gesprochen hätte. Ich denke außerdem, dass die Bombe eigentlich schon vor einiger Zeit aktiviert werden sollte, aber da er dich damals so lange nicht gesehen hat , wurde sie deaktiviert und dann wurde sie erst vor 2 Tagen wieder aktiviert, wodurch kann ich dir vielleicht später sagen. Ich schätze einmal, sie war so eingestellt, das sie deaktiviert wird, wenn er länger nicht mit dir redet, weil wohl angenommen wurde, das Tycho dann auch nicht mit Leia reden würde.

Tycho wird sich wieder vollkommen erholen, das ist das wichtigste. Er wird dich in nächster Zeit mehr brauchen, als jemals zuvor.“

Winter nickte, während sie nach Tychos lebloser Hand griff . Sie war froh. Froh darüber, dass Tycho wieder gesund war und  erleichtert, dass sich die Probleme der letzten Tage so aufgeklärt hatten.

 

*****

 

Iella verließ leise den Raum. Sie wollte die beiden nicht stören Ihr Gefühl sagte ihr,  dass Tycho bald aufwachen würde.

In der Tür stieß sie mit Wedge zusammen. Sie legte ihren Arm um seine Hüfte, während sie  ihn von der Krankenstation wegführte. „Lass sie alleine! Du bist viel zu übermüdet, um noch etwas zu tun. Ich fahre uns beide jetzt nach Hause, dort gehen wir dann ins Bett.“

Wedge lächelte, als er einen gewissen Unterton in ihrer Stimme hörte. „Einverstanden. Bis auf eines - Ich will fahren.“

 

*****

 

Als Tycho aufwachte, war Winter neben ihm eingeschlafen. Er beobachtete sie, während sie friedlich schlief. Mit Mühe schaffte er es sich aufzusetzen, wodurch er Winter aufweckte. Sie fuhr hoch, offenbar erschrocken darüber, dass sie eingenickt war.

„Du solltest dich wieder hinlegen.“ Bestimmt versuchte sie, Tychos Oberkörper wieder in die Kissen zurückzudrücken, was sie nach kurzer Gegenwehr auch schaffte.

Tycho sah sie müde an. Er wusste, dass sie auf keinen Fall gehen würde.

Bevor er sie dennoch bitten konnte, ihn alleine zu lassen, murmelte sie: „Woher wusstest du von der Bombe?“

Tycho erschrak. Plötzlich wurde ihm klar, was der Schmerz in seinem Genick bedeutet hatte. „Woher wusstest du davon?“ erwiderte er mit schwacher Stimme und senkte den Blick.

Winter nahm ihn sanft in die Arme. Schließlich erzählte sie ihm die ganze Geschichte. Tycho entspannte sich in ihren Armen, froh, dass alles so gut ausgegangen war. „Du bist mir noch eine Antwort schuldig“, erinnerte ihn Winter nach einer Weile.

Tycho schmiegte sich noch mehr an sie. „Es war... eine Erinnerung, die plötzlich wiedergekommen ist und mich wie ein Schlag erfasst hat. Ich habe gewusst, dass es wahr ist, ich meine, dass sie mich nicht anlügt, aber es war irgendwie wie ein Alptraum, der einfach nicht enden wollte.“ Bei seinen letzten Worten fing er an zu schluchzen, sprach aber dennoch weiter. „Ich habe damals unter Drogen gestanden. Sie hat es mir gesagt.“ Nach diesen Worten konnte er nicht weiterreden und fing an zu weinen.

 

Winter wusste genau, dass mit 'sie' die Isard gemeint war. Sie nahm Tycho in die Arme, drückte ihn noch fester an sich und streichelte ihn sanft, als er am ganzen Körper zu zittern begann.

„Es tut mir so leid..... ich wollte das alles nicht...... du weißt doch, dass ich dich liebe.....“

Sie lächelte, presste  ihn noch fester an sich. Dann erwiderte sie seine Liebe indem sie ihn sanft küsste.

 

 

 

 

 

The End. (maybe.....)



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